Am 25. Februar 2026 brach Narendra Modi erneut zu einem zweitägigen Besuch nach Israel auf, um die bilateralen Beziehungen weiter zu vertiefen. Zwei Tage nach seiner Rückkehr ging der israelisch-amerikanische Angriff auf den Iran los. Während Indien unter der jahrzehntelangen Dominanz der linksliberalen Kongresspartei – geprägt vom Erbe der Blockfreiheit und einer antikolonialen Außenpolitik – traditionell eher die Sache der Palästinenser unterstützt hatte, wendet sich, seit Narendra Modi im Juli 2017 als erster indischer Premierminister Israel einen offiziellen Staatsbesuch abstattete, die strategische Ausrichtung des Subkontinents zusehends zugunsten des jüdischen Staates.
Indien hat den Iran allerdings nicht aufgegeben. Diplomatische Beziehungen bestehen fort, der mit indischer Hilfe seit 2010 ausgebaute Hafen Chabahar könnte strategisch bedeutsam bleiben. Doch die Schwerpunktverlagerung ist deutlich: von energiegetriebener Partnerschaft mit Teheran hin zu sicherheits- und technologiegetriebener Kooperation mit Israel – eingebettet in eine stärkere Golf- und US-Orientierung.
Die wirtschaftlichen Auswirkungen der Eskalation für Indien, die Art und Weise sowie das Timing des US-israelischen Angriffs – zusammen mit der Versenkung des iranischen Kriegsschiffs unweit der indischen Küste – zeigen Neu-Delhi indessen auf schmerzhafte Weise, wie wenig Rücksicht auf seine regionalen Interessen von Seiten der Großmächte genommen wird.
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