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Ab jetzt regulärer internationaler Flugbetrieb in Pokhara

Seit 23. September bietet nun auch Pokhara internationale Flüge. Die Emirate-Airline flydubai landet jetzt täglich in der Touristenmetropole im Schatten des Annapurna-Massivs.

Besonders für die politisch Verantwortlichen im Luftfahrtgewerbe ist es eine gute Nachricht: Die Versuche, einen zweiten internationalen Flughafen zu etablieren, tragen nun endlich, wenn zunächst auch nur bescheidene Früchte. Damit lassen sich die gewagten Investitionen, die von Beginn an heftig umstritten waren, zumindest zum Teil rechtfertigen.

Flydubai als Helfer in der Not

Der Billigflieger aus Dubai und nicht etwa eine Airline aus Indien oder China nimmt als Erster den regulären Flugbetrieb mit einem zweiten internationalen Flughafen Nepals auf. Flug FZ 1165 hebt um zwölf Uhr mittags in Dubai ab und landet um 18.15 am PHH (Pokhara International Airport). Eine Stunde später geht es als FZ 1166 retour zum DXB. Geflogen wird mit Boeings vom Typ 737 MAX 8 mit einer Kapazität von 166 Passagieren, der einfache Flug kostet zwischen 350 und 400 Euro. Flydubai bietet damit gerade auch Kund(inn)en aus Europa eine günstige Möglichkeit, die oft als unattraktiv empfundene Hauptstadt Kathmandu mitsamt ihrem überlasteten Tribhuvan International Airport (TIA) zu vermeiden.

Das Bemühen um einen zweiten internationalen Flughafen

Es ist, wie so oft, paradox: Gerade seine Binnenlage und schwache Anbindung an internationale Straßen- und Schienennetze prädestiniert Nepal förmlich für den Flugverkehr. Das Potential ist bei wachsender Wirtschaft nicht zu unterschätzen – und doch bemühten sich die Verantwortlichen in Politik und Flugwirtschaft Jahrzehnte lang vergeblich. Zunächst sollte Lumbini, der Geburtsort Lord Buddhas, im Süden des Landes nahe der indischen Grenze, zum zweiten internationalen Flughafen gekürt werden. Ein Vorhaben nicht ohne Berechtigung: Die Besucherzahlen, besonders buddhistische Pilger/-innen von Sri Lanka bis Japan, nehmen seit Jahren kontinuierlich zu. Da die anderen Pilgerstätten nahe in Indien liegen, hätte sich ein Flug von Varanasi als geradezu ideal angeboten. Doch zu einer Einigung mit Indien ist es bis heute nicht gekommen. Vom Gautam Buddha International Airport heben nur ein paar lokale Flüge nach Kathmandu und Pokhara ab. Die Gründe dafür wurzeln, wie so oft, in den gelinde gesagt vielschichtigen Beziehungen zum großen Nachbarn. Bleiben diese, wie sie sind, erübrigt sich im Prinzip jede größere Investition in die Infrastruktur Nepals. Dazu kommt noch die hohe Korruptionsanfälligkeit der heimischen Luftfahrtbranche.

Eine Rechtfertigung für den Pokhara International Airport?

Genau diese Problematik sprach auch immer wieder gegen den seit den 1970er Jahren geplanten „Upgrade“ Pokharas. Und weil noch immer vieles, um nicht zu sagen alles in den wirtschaftlichen und politischen Beziehungen zwischen Indien und Nepal unklar und umstritten ist, gab es sofort Fragen nach der wirklichen Motivation, als der „Upgrade“ mit der Unterstützung Chinas 2013 vereinbart wurde. Weder bei der Unterzeichnung, noch bei Baubeginn oder Eröffnung am 1. Januar 2023 gab es Aussichten oder nur Verhandlungen mit ausländischen Airlines. Vor allem nicht mit Indien und China, den wichtigsten möglichen Partnern. Stattdessen werden immer weitere Skandale publik, bei welchen sich Politiker und Bauunternehmer beider Parteien vor allem auf Kosten Nepals illegal bereichert haben. China steht in der Kritik, im frühen Stil westlicher Entwicklungshilfe einem schwachen Nachbarn überflüssige Projekte zu dessen eigenen Kosten aufgehalst zu haben, die sich wohl nie amortisieren. Optimist(inn)en können den Einstieg von flydubai als den Beginn einer Entwicklung sehen, an deren Ende Pokhara sich mitsamt aller Investitionen rentiert und selber trägt. Dazu sollten sich aber andere Airlines noch hinzugesellen und vor allem flydubai, das keine Prognosen abgegeben hat, unbedingt bei der Stange gehalten werden.

Vorteile für Besucher/-innen aus Deutschland und Europa

Aus der Perspektive von Besucher(inne)n hat die neue Verbindung durchaus Vorteile. Vor allem für jene, die die Berge in Zentralnepal (Annapurna, Manaslu) besuchen oder auch „nur“ Urlaub im angenehmeren Pokhara (und nicht Kathmandu) machen wollen. Auch ist flydubai ein vielversprechender Anbieter: Der Newcomer verfügt über ein enges Netze (inklusive Europa) und eine junge Flotte. Nicht zuletzt ist, zumindest bis jetzt, der Preis ein Argument, falls flydubai nicht demnächst anzieht. Besonders attraktiv ist es wieder für jene mit Endziel Pokhara, für die der Inlandsflug von Kathmandu entfällt. Das spart neben Zeit auch Euros. Ganz klar: In der Flugbranche Nepals steckt Potential. Man muss sich in dem für seine Undurchsichtigkeit berüchtigten Business nur durchsetzen können.

M.S.

Bild: „A historic welcome to flydubai’s first regular Dubai–Pokhara–Dubai commercial flight at Pokhara International Airport“ © Pokhara International Airport @ https://pia.caanepal.gov.np/

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