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Unruhen im indischen Nordosten

Seit Anfang Mai sind immer wieder gewaltsame Unruhen zwischen den Bevölkerungsgruppen der Metei und der Kuki im indischen Bundesstaat Manipur aufgebrochen. Dörfer wurden niedergebrannt, mindestens 60.000 Menschen sind auf der Flucht. Im Hintergrund geht es um lange schwelende Konflikte um Land und gesellschaftlichen Status. Bis heute ist der Konflikt nicht befriedet, über den ganzen Bundesstaat ist das Internet seit Wochen gesperrt. Berichten zufolge wurden mehr als 130 Menschen getötet (in einigen Berichten ist von bis zu 200 Toten die Rede). Die Schulen sind geschlossen. Berichte über Schießereien zwischen Sicherheitskräften, Militanten und freiwilligen Dorfverteidigungsgruppen haben zu mehreren Toten und Verletzten geführt. Mit dem Beginn der Monsunzeit und der Vertreibung so vieler Menschen aus ihren Häusern in provisorische Unterkünfte besteht ernsthafte Sorge um ihr Wohlergehen, insbesondere weil die Kommunikation ohne Internetzugang so schwierig ist. Die Vertreibung von so vielen Menschen aus ihren Dörfern hat auch Auswirkungen auf die künftige Ernährungssicherheit, da sie nicht in der Lage sind, in der Zeit der Aussaat Felder zu bestellen. Außer Kraft gesetzt ist damit ebenso das Recht auf freie Meinungsäußerung, der Zugang zu Informationen, das Recht auf Bildung und das Recht auf Nahrung, Wasser, Unterkunft, Gesundheit, Sicherheit und Schutz für viele Menschen. Das Nordost-Indien-Forum (neif) in Deutschland hat dazu ein ausführlicheres Briefingpapier erstellt, das über die Redaktion SÜDASIEN angefordert werden kann (redaktion@suedasien.org).

Theodor Rathgeber

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