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Nepals Stromnetz: Woher weiß die Elektrizität, wohin sie fließen soll?

Heute gibt es ein kurzes Update zur Strom- und Energieversorgung in Nepal. Grundlage ist ein Bericht von NEPAL NEWS (Nepal’s First Online News Portal). Ergänzt wird er durch einen Schnappschuss eines fachkundigen Experten und Autors von SÜDASIEN.

Zunächst zum offiziellen Status:

Laut Biraj Bhakta Shrestha, Minister für Energie, Wasserressourcen und Bewässerung, bereite die Regierung Absichtserklärungen (Letters of Intent) vor, die es privaten Unternehmen ermöglichen sollen, in den Stromhandel einzusteigen.

In den vergangenen sechs Monaten habe die Regierung zudem Pläne zum Ausbau der Stromerzeugung, der Übertragungsinfrastruktur, der Strommärkte und des inländischen Stromverbrauchs vorangetrieben. Ziel sei es, den Energiesektor zu einer tragenden Säule der wirtschaftlichen Entwicklung zu machen.

Das Ministerium habe außerdem wissenschaftlich fundierte und objektive Kriterien für die Bearbeitung von Stromabnahmeverträgen (Power Purchase Agreements) entwickelt. Diese orientierten sich am nationalen Bedarf und an den Erfordernissen des Stromnetzes.

Die geplanten Kriterien räumten insbesondere Projekten Vorrang ein, die während der abendlichen Spitzenlast in der Trockenzeit Strom liefern können, auch in den trockenen Monaten zur Versorgung beitragen und eine stabile monatliche Stromproduktion gewährleisten. Zudem sollten diese Projekte über eine ausreichende Übertragungsinfrastruktur verfügen, um den erzeugten Strom bis zum vorgesehenen Termin der kommerziellen Inbetriebnahme abführen zu können.

Im Berichtszeitraum sei die Frist für die kommerzielle Inbetriebnahme von 27 Wasserkraftprojekten mit einer Gesamtleistung von 540,47 Megawatt verlängert worden. Alle Projekte befänden sich bereits in der Endphase des Baus.

Shrestha erklärte außerdem, Nepal und Indien hätten vereinbart, die grenzüberschreitende Stromimportkapazität von 1.000 auf 1.400 Megawatt und die Exportkapazität von 1.100 auf 1.650 Megawatt zu erhöhen. Auch bei der Erweiterung der grenzüberschreitenden Übertragungsinfrastruktur, der Einführung eines offenen Netzzugangs und der transparenten Berechnung von Übertragungsentgelten seien Fortschritte erzielt worden.

Auch beim Ausbau des Stromnetzes habe es Fortschritte gegeben:

  • Der Bau der lange verzögerten 400-Kilovolt-Übertragungsleitung Hetauda–Dhalkebar–Inaruwa im Raum Hetauda befinde sich in der Endphase.
  • Die 400-Kilovolt-Übertragungsleitung Bahrabise–Lapsiphedi sei fertiggestellt.
  • Die Umspannwerke Bahrabise und New Khimti seien fertiggestellt und teilweise bereits in Betrieb.
  • Die 220-Kilovolt-Übertragungsleitung Markichowk–Bharatpur im Marsyangdi-Korridor sowie die 132-Kilovolt-Leitungen Dhalkebar–Balganga und Lalbandi–Salempur seien zusammen mit den zugehörigen Umspannwerken in Betrieb genommen worden.
  • Am beschädigten Abschnitt der Übertragungsleitung Kohalpur–Surkhet sei ein Notfall-Wiederherstellungssystem (Emergency Restoration System) installiert worden.
  • Der Bau der Umspannwerke Balkot und Dahachowk sowie der Übertragungsleitungen Chandrapur–Sukhdevchowk und Lahan–Sukhipur habe begonnen.

Das Ministerium strebe an, innerhalb des laufenden Haushaltsjahres zwölf weitere Übertragungsleitungen fertigzustellen. Auch die Arbeiten zum Ausbau der ländlichen Stromversorgung in der Provinz Madhesh und zur vollständigen Elektrifizierung der Provinz Karnali seien vorangekommen.

So viel zum offiziellen Status.

Dazu passt der Schnappschuss unseres Experten vor Ort in Kathmandu. Als Passant kann man sich beim Anblick dieses Kabelgewirrs wohl nur an den Kopf fassen und fragen, ob am Ende die Elektrizität noch weiß, wohin sie fließen soll.

Quelle: https://english.nepalnews.com/s/nation/private-sector-entry-into-electricity-trade-nearing-approval-energy-minister-says/

Foto: © Privat.

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